20 Prozent weniger umgesetzt

Die Gemeinde hat 2019 rund ein Fünftel weniger umgesetzt, als das im Etat kalkuliert war, 44,8 Millionen Euro statt geplanter 55,3 Millionen Euro.

Gerade 15 Prozent der im Haushaltsplan vorgesehenen Einnahmen im Vermögensbereich wurden tatsächlich realisiert, hauptsächlich weil 11,5 Millionen Euro aus Grundstücksverkäufen im Baulandmodell fehlten, die 2019 nicht mehr beurkundet werden konnten. Auch von den angesetzten 15,5 Millionen Euro Investitionsausgaben wurden nur 32 Prozent tatsächlich umgesetzt.

In Summe erwirtschaftete der laufende Betrieb der Gemeindeverwaltung einen Überschuss von knapp drei Millionen Euro, der den Investitionen zugeschlagen werden konnte.

Im Etatansatz stand hier noch ein Minus von 400.000 Euro, was zu Streit im Gemeinderat geführt hatte. Bürgermeister Sebastian Thaler wurde unseriöses Wirtschaften vorgeworfen, weil der laufende Betrieb nicht gedeckt sei.

Thaler sagte zu diesen Vorwürfen jüngst, er wolle sich „am Ergebnis messen lassen“ und nicht an der Prognose. Entsprechend kommentierte er das Ergebnis im Jahresabschluss zufrieden, drei Millionen Überschuss seien „doch schon eine ganze Menge“. Es zeige, „dass die die Gemeinde sehr, sehr solide auf gesunden Füßen steht“.

Dabei hatte Eching 2019 ein vergleichsweise maues Ergebnis bei den Gewerbesteuereinnahmen erzielt. Obwohl man nur mit 12 Millionen Euro Einnahmen kalkuliert hatte, weniger als in den Jahren zuvor, gingen noch 1,4 Millionen Euro weniger ein. Annähernd kompensiert wurde der Ausfall aber durch eine Einkommenssteuerzuweisung, die um 1,3 Millionen Euro höher ausfiel als geplant.

Zur Gegenfinanzierung der Investitionen mussten gerade 65.000 Euro aus den Rücklagen genommen werden. Damit hat Eching jetzt ziemlich genau 15 Millionen Euro auf den Festgeldkonten. Der Schuldenstand wurde 2019 mit laufender Tilgung auf 8,7 Millionen Euro zurückgefahren.

Ein Lesermail

  1. Ach, das ist ja praktisch, dass die fehlende Beurkundung und damit die fehlenden 11,5 Millionen erst nach der Wahl bekannt werden. Dieser Umstand war sicher vor der Wahl noch nicht bekannt, obwohl die fehlende Beurkundung doch seit spätestens Januar bekannt sein musste.

    Die Haushaltsführung scheint einem Ritt auf der Rasierklinge zu gleichen oder Neudeutsch: Trial and Error.

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